Ein Zitat aus einem bei SpON erschienenen Beitrag über die Opel-Rettung:
In Rüsselsheim rechnet man anders. 29.000 Menschen arbeiten für Opel in Deutschland, in der Zulieferindustrie sind noch einmal Zehntausende Jobs bedroht. “Ich bin seit mehr als 20 Jahren bei Opel”, sagt ein Werkzeugmacher. Wenn das Werk in Bochum schließe, werde er auf der Straße stehen. “Mit 48. Und meine Tochter studiert gerade.” Wie solle er das künftig finanzieren? Ein anderer Demonstrant sagt, er sei viel zu sehr auf die Opel-Produktion spezialisiert für einen anderen Job. “Meinen eigentlichen Beruf als Elektriker habe ich doch längst verlernt.”
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,610093,00.html
In Deutschland sind also 29.000 Opel-Jobs betroffen. (Die Zulieferer lassen wir außen vor. Die bekommen ja nur ggf. und nur mittelbar was von Opels Geld…)
Die Bundesregierung will für diese Arbeistplätze mit bis zu 4,5 Mrd. € bürgen - also mit 4.500.000.000 €. Und die Chancen, daß diese Bürgschaft in Anspruch genommen wird, sind gar nicht mal so schlecht. (Also leider doch schlecht…)
Immerhin: Jetzt gibt es zumindest eine Vereinbarung, die GM eine Beteiligung weiter garantiert. Experten bleiben dennoch skeptisch. “Ich gebe dem Merger eine Erfolgsquote von 20 bis 30 Prozent”, sagt Wolfgang Meinig von der Bamberger Forschungsstelle für Automobilwirtschaft (FAW). “Das Thema Opel wird uns in den kommenden Wochen sicher nicht weniger intensiv beschäftigen. Die Zukunft des deutschen Autobauers bleibt extrem wackelig.”
Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,627734,00.html
Die “Rettung” von Opel kostet pro Arbeitsplatz also ggf rd. 155.000€ Steuergelder. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 70-80 Prozent - falls die Expertenanalyse stimmt - wird diese Kohle auch ausgegeben. Und die Arbeitsplätze werden nicht erhalten.
Komisch. Bisher dachte ich, Investitionen mit einer so hohen Fehlerwahrscheinlichkeit wären ungeschickt. Oder zumindest seit der Bankenkrise nicht mehr “modern” oder “angesagt”….